Der zweite Anstieg wird tatsächlich etwas leichter für mich, auch in der dritten Runde werde ich noch lange Stücke davon laufen können, aber bei Kilometer 17, nach dem dritten Anstieg erwischt mich beim "Locker"-Laufen in die Senke die erste Schüttelfrost-Attacke. Tempo rausnehmen und versuchen den Beinen klar zu machen, daß dies noch eine Zeit lang so weiter geht. Sonja hält für mich alle 5 km abwechselnd Salz und Gel bereit und mit fortschreitendem Rennverlauf nutze ich die Trinkpausen zusehens als Steh-Pausen.

Bei Kilometer 22 beginnen ebenfalls beim Wechseln in die lange Senke die Wadenkrämpfe, auch anderen macht der Belastungswechsel sichtbar zu schaffen. Rund ein Fünftel der Läufer ist bereits ausgestiegen, wie ich später erfahre. Vorzugsweise beim bergab Laufen erwische ich mich nun häufiger dabei wie Schüttelfrost-Attacken mich aus meinem "Film" reißen, wie ich dann kurz torkele, um mich wieder zu fangen und versuche Tempo zu reduzieren. Es wird nun zusehens schwieriger bei den steileren bergab Passagen sich nicht treiben zu lassen. Bei Kilometer 28 schmerzt meine linke Hüfte stark, ich würde gerne nach links laufen, dort wird der Schritt kürzer, aber es gibt einfach fast nur Rechtskurven! Habe nun Krämpfe in den linken Zehen - egal, die braucht jetzt kein Mensch! Beginne mir jetzt auch Wasser über die Waden zu kippen, vielleicht lösen sich auch so die Salzsteine in meinen Schuhen auf?

Tanz der blinkenden und hüpfenden Lichter im Dunkeln an den Kostümen und Helmen der anderen Läufer ist nun nicht mehr so lebhaft und fröhlich. Dem ein oder anderen geht dann auch noch sozusagen der Saft aus - es ist herrlich passend. Tatsächlich beginne in nun mehr und mehr Läufer einzuholen und beim berghoch Gehen rede ich mit Läufern, die bereits eine Runde zurück liegen - und schon deutlich schlechter als ich aussehen.

Bei Durchlauf des 3/4-Marathons bei 31,5 km packt es mich - irgend etwas ändert sich - ich gehe zwar die Berge hoch, inzwischen fast einen halben Kilometer weit, aber mich kümmerts nicht mehr, bergrunter renne ich, weil es Spaß macht. Mir ist klar, daß ich zu den rund 300 Läufern gehören werde, die diesen Lauf über die Distanz von 42km absolvieren werden.

Auf der letzten Runde verabschieden sich manche Läufer, auch ich, von den Helfern, die dort in den Gängen ausharrten, verpflegten oder einfach nur applaudierten. Auf den letzten leichteren 2,5 km-Hälfte kann ich nun Kräfte mobilisieren und mache fast 3 Minuten wieder gut und komme fröhlich ... oder apathisch ins Ziel.

 Es geht mir gut und ich sehe aus wie das blühende Leben ;-) Ein paar Orangen und eine Spaghetti Bolognese begleiten mit zum Fahrstuhlschacht, wo um kurz nach 15 Uhr dieses Erlebnis für mich endet.

Summasumarum kann ich jedem der fit genug und beknackt genug ist oder auch einfach schon alles andere gemacht hat diesem Lauf wärmstens ans Herz legen. Es ist sicher nicht mit einem konventionellen Marathon zu vergleichen - und das ist auch gut so! Für mich war es eine der besondersten und schönsten Herausforderungen, denen ich mich bisher stellen konnte und ich muss zugeben, nun zwei Tage später, so gut ging es mir nach einem Marathon noch nie ;-)

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