Nun folgt der Abstieg von der Keschhütte, schwer zu laufen, wir bewegen uns meist nur in der Schlange, langsamere Läufer sind kaum zu überholen, hohes Verletzungsrisiko. Es geht über ein wunderschönes Hochplateau in ca. 2500m. Einsam und allein sitzt Niko Thomè von Meddys LWT auf einem Felsen, ich klopfe ihm auf die Schulter und wünsche ihm noch einen schönen Lauf, er war wohl den K78 etwas zu schnell angegangen. Ich hab einen Stein im Schuh, anhalten und Schuh ausziehen, Schuh anziehen ( und das alles nach 58km ), Stumm weg! Ich kann ihn 200m höher im Anstieg auf den Sertigpass ausmachen, er spielt mal wieder seinen Gewichtsvorteil aus ? Es geht sausteil nach oben, oben angekommen kurze Pause, Verpflegung, Foto vom Profi und das tolle Gefühl den fast 2800m hohen Sertigpass geschafft zu haben.
                       

Es geht über Schneefelder, Geröll und kaum zu belaufendem Terrain steil bergab. Viele haben hier Knieprobleme o.ä., ich spiele nun meinen Vorteil aus, oder wie Detlev sagt: „ Die Erdanziehung“. Wir machen Boden gut. Der Vorteil der deutlich höheren Sertigvariante gegenüber dem Scalettapass ist das schnelle Abbauen der Höhe, für Athleten mit höhenbedingten Problemen ist dies die bessere Laufstrecke. Dafür braucht man für diese Variante in unserem Leistungsbereich ca. 45min mehr Zeit.
 
Wir erreichen  Sertig – Dörfli, ein schön gelegenes Bergdorf und Ausgangspunkt vieler Bergwanderer. Die Stimmung ist grandios, nur noch 17km bis Davos, fast geschenkt ?. Wir dachten im Vorfeld des K78, daß es ab km 60 nur bergab geht, großer Fehler ?. Immer und immer wieder kommt nach einem Gefällstück ein entsprechender Anstieg, zermürbend. Detlev ist ziemlich platt, mir geht es eigentlich ganz gut, Dicke haben halt mehr Fettreserven. Nachdem wir schon einige Zeit am Schild „70km“ vorbei waren, fragt Detlev eine Passantin:     „ Wissen sie, wo das km Schild 65 ist?“ Ich glaube ihn hat’s erwischt, Sonnenstich oder Sauerstoffmangel im Großrechner. Wir kommen Davos immer näher, der traumhafte Trail geht durch Wälder oberhalb des Tals, rauf und runter. Plötzlich sehen wir von oben Davos und das Ziel im Stadion, wir mobilisieren alle Kräfte. Auf Detlevs Wunsch ihm Sterbehilfe zu leisten gehe ich einfach nicht mehr ein. Wir erreichen den Stadtrand von Davos, es fängt an zu regnen, mein Wetter, wir geben nochmal Gas. Nach 10:17:10h erreichen wir gemeinsam das Ziel des K78 in Davos, was für ein Lauf!
Drei Wochen sind mittlerweile vergangen und ich erinnere mich mit großer Freude an diesen Lauf zurück. Hat er doch gezeigt, dass bei all den Emotionen die man bei einem solchen Wettkampf erfährt nur eines wichtig ist. Freundschaft ! Danke Detlev für 4 Monate Vorbereitung und 10:17h Erlebnis pur.

 


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