Km 15 und die Laune ist immer noch super! Es wird viel gelacht und geknipst. Auch als wir die Halbmarathonmarke passieren. Schön, ich freue mich, dass es mir immer noch so gut geht, keine Schmerzen, kein Ziehen und Zwicken. So kann es weiter gehen. Wir sind ja jetzt schon quasi auf dem Heimweg. Ein schöner Gedanke! Viele Musikgruppen säumen die Strecke und pushen mich. Maik muss mich ständig bremsen. An den Getränkeständen wird es mittlerweile sehr rutschig. Wasser und die zertretenen Bananen- und Orangenschalen machen die Strecke spielglatt. Bloß nicht fallen! Wir laufen an Notre Dame vorbei und weiter am Ufer der Saine. Hier feuern uns Joy, Sandra und Doris an. Fies ist dann der stickige Tunnel durch den wir müssen. Apropos Tunnel. Mein persönlicher Tunnel ist bisher noch nicht in Sicht. Perfekt! Nächstes Highlight ist der Eifelturm! Ich will unbedingt ein Foto von mir, wenn ich am Eifelturm vorbei jogge. Und ehe wir uns versehen ist die 30 km Marke passiert. Wow, das ging doch jetzt ganz gut. Ich war aber auch prima abgelenkt. Es gibt hier so viel zu sehen. Und die Zuschauer helfen ungemein. Ich hab zwischendurch das Gefühl gehabt meinen eigenen Fanclub zu haben. "Alé, alé Melanie!" aus allen Richtungen. Km 33 und ich fange an rückwärts zu zählen. Noch 9 km…Ach, sagen wir mal noch 7 km, dann ist die 40 passiert.


Die letzten 2 km laufen doch dann von selbst! Hoffe ich! Aber je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr Läufer dehnen sich, haben Krämpfe und müssen gehen oder stehen bleiben. Oh Gott, bitte verschone mich! Ich will nicht stehen bleiben. Weiter laufen, weiter, weiter, weiter. Km 35, verdammt! Ich bin mir sicher die haben die letzten Km-Schilder weiter auseinander gesetzt. Wie kann ein einziger Kilometer so verdammt weit sein!? Trinken und noch ein Gel. Maik kümmert sich die komplette Strecke über rührend um mich. Ich werde bestens mit allem versorgt und darf das Gedränge an den Ständen großzügig umlaufen. Hier gibt es Rosinen. Rosinen?? "Jetzt iss!".  "Ja ist ja gut." Km 37 und ich hab nicht mehr sooo viel Bock. Papa ist auch nicht mehr bei uns und hat sich etwas zurückfallen lassen. Mama ist noch da, ist aber eher wortkarg. Bei Km 38 wollen Maik und ich es dann nochmal wissen und trällern lauthals 'Zombie' mit, was die Band gerade spielt. Unfassbar! Ist das der Anfang vom Tunnel?? Dreh ich jetzt durch? Ein letztes Aufbäumen? Nicht dran denken, lächeln, fröhlich bleiben, weiter laufen. Km 39 und meine Beine tun jetzt echt weh! Ich mache mir Mut, es sind doch nur noch 3 km. In einem Kilometer passiere ich die magische 40. Ich will es jetzt schaffen und zu Ende bringen. Ich bin so stolz auf mich! Und dann ist sie da, die 40 km Marke!! Ich hab nen kleinen Kloß im Hals! Könnte weinen, zum Einen, weil mir die Beine so weh tun und weil ich es bald geschafft habe. Lauf, lauf, lauf! Km 41 und ich bin weiß wie ne Wand. Ja ok, ich habe mich schon besser gefühlt als in diesem Moment, aber so schlecht auch wieder nicht. Weiter laufen! Ich werde nicht stehen bleiben. Auf keinen Fall! Ich bin jetzt so weit gekommen! Kurz drauf merke ich selbst wie ich schneller werde und werde jedesmal wieder zurück gepfiffen. Aber ich fühle mich doch wieder besser und kann das Tempo laufen. Ich will jetzt endlich den beschissenen Triumphbogen sehen und das Ziel und ankommen und endlich stehen bleiben. Km 42… Oh - mein - Gott…da vorne ist das Ziel! Ich hab es geschafft! Ich habe es tatsächlich geschafft! Ich bin der König der Weeeeelt! Yea man, ist das geil! Ich bin im Wechselbad der Gefühle! Finisher-Shirt! Medaille! Her damit!!! Geil, ich bin so glücklich! DANKE Maik, DANKE Mama, DANKE Papa, dass ihr mich über die Ziellinie begleitet habt. Aber meine Beine wollen und können irgendwie noch gar nicht stehen bleiben. Und warum tut gehen jetzt viel mehr weh als laufen! Und stehen bleiben und dehnen erst! Ich glaub ich sterbe! Meine Oberschenkel brennen wie Feuer! Ich hab Schmerzen! Die Frage ob nochmal einen Marathon laufen möchte, beantworte ich spontan und ehrlich mit NEIN! Never! Ich hab es überlebt und bin besser angekommen als ich es erwartet habe.


Spannend wird jetzt das Anziehen der Trainingshose. Wie soll ich da rein kommen? Ich kann meine Beine kein Stück vom Boden heben. Noch schlimmer ist der Rückweg zum Hotel. Der Bordstein wird zur echten Herausforderung. Es sind nur paar Zentimeter, aber ich glaub ich komm da nicht runter. Und dann die Treppen zur Metro. Unfassbar viele Stufen! Die Hölle! Aber wenn ich mich so umgucke, bin ich nicht die einzige. Um mich herum wird gejammert und geflucht. Viele gehen seitlich oder rückwärts die Treppen runter. Es wird viel zusammen gelacht und irgendwie haben wir es dann doch zum Hotel geschafft, wo wir schon auf einen Teil unsere Truppe treffen. Ab hoch, duschen und wieder in die Stadt. Wir wollen alle gemeinsam essen gehen, anstoßen und den tollen Ausflug und den für alle Läufer erfolgreichen Marathon feiern. Zu guter letzt treffen wir uns mit ein paar Leuten im Hotelflur um nochmals mit Sekt, Bier und diversen Knabbereien anzustoßen. An dieser Stelle möchte ich mich persönlich nochmal bei Julia und Mario bedanken, die uns lachend zusammenbrechen ließen. Beide lieferten uns eine super Show, als sie nach ausgiebigem Rotweinkonsum im Restaurant, zu uns gestoßen sind. Wir haben Tränen gelacht! Danke! Dieser Abend ließ mich meine schmerzenden Beine völlig vergessen.

Am nächsten Morgen geht es dann, mehr oder weniger fit, zurück nach Bad Ems. Meine Beine tun heute schon kaum noch weh und ich bin einfach nur total glücklich und mächtig stolz auf mich! Ob ich nochmal einen Marathon laufe?? Ja, ich glaube Berlin kann kommen……

 

 

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