Gedanken an Biel

von Thomas Kurth

Was habe ich nur getan? Diese Frage stellte sich mir unmittelbar nachdem ich den Button „Anmeldung absenden“ auf der Homepage „Biel 100“gedrückt hatte. Nun gibt es kein zurück mehr – der Termin steht fest 13.06.2008 – noch 6 Monate Zeit. Training Jan/Feb mit Egon und Bernd. Dann Verletzung - 4 Wochen Pause. Ab April Langstreckentraining mit Detlev – es geht aufwärts. „Irgendwann musst du nach Biel“.

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Schon mancher Läuferin und manchem Läufer sind diese Worte schon zu Ohren gekommen. Dieses magische „Irgendwann musst du nach Biel“ war mir und meinen Lauffreunden vom Running Team Bad Ems schon lange im Ohr, bis wir uns nun selbst während dieser mystischen Nacht Schritt für Schritt, Meter für Meter, auf diese unendlich weit entfernt scheinende Ziellinie zu bewegten.

„La Nuit des Nuits“ – „Nacht der Nächte“ Im ersten Moment hört es sich vielleicht etwas überheblich an. Doch Biel, das ist wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Wer einmal am ultralangen 100km Lauf im Schweizer Bergland dabei war, wird diese Nacht nicht so schnell wieder vergessen. Egal ob in 7, 12 oder 20 Stunden, es ist eine gewaltige körperliche und mentale Herausforderung 100km laufend / zu Fuß zurückzulegen – selbst für viele erprobte Marathonläufer/Innen eine große Hürde.

Nun standen wir also am Start des ehrwürdigen Bielers. Basierend auf unsere Trainingsleistungen und unserem ehrgeizigen Ziel, reihten wir uns im zweiten Startdrittel ein. „Ankommen“ war aufgrund der vielen Verletzungen das Hauptziel. Die Stimmung vor dem Start war grandios. Dann kam der erlösende Startschuss und die aufgestauten Energien und Emotionen der Läufer ergossen sich auf die Laufstrecke. Das Anfangstempo konnten wir noch nicht richtig einschätzen. Schild 1 km, in Anbetracht der „Reststrecke“ von 99 km wurde mir etwas flau in der Magengegend. Nach 7 km kam die erste deftige Steigung, schnelles Gehen war angesagt. Anschließend wurde das Tempo deutlich angenehmer. Viele Zuschauer und Kneipenbesucher in den Restaurationen am Wegesrand klatschen äußerlich, innerlich wird mancher denken: "die hammse net alle". Wir verlassen das abendliche Biel und laufen in die dunkle Nacht. Nach ungefähr 15km haben wir uns eingelaufen, 1:10 h pro 10km incl. Nahrungsaufnahme, Bergkraxeln, Pinkelpausen etc.

In Aarberg dann noch mal Riesenstimmung von hunderten Zuschauern, besonders die dicht besetzte, überdachte Holzbrücke jagt mir wohlige Schauer über den Rücken. Ab hier wird es deutlich ruhiger, es geht ja auch auf Mitternacht zu. Grosse Stille rundum, Dunkelheit, immer nur TappTappTapp, wir machen Witze, blödeln manchmal wie Kinder.

Verpflegungsstation. 30 km Schild. Weiterlaufen. 1.30 Uhr Nachts. Nur noch 70 km..................

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