Gerhard’s Alpenberglauf Trilogie 2008 Teil III
Swiss Alpine Davos Marathon K42 26.07.2008
42,195 km
Höhendifferenz
+1.890 / -1.710 m

Im Zug von Davos nach Bergün (Startort) sitzen mir 3 Mädels (25-30 J.) gegenüber. Sie laufen heuten ihren ersten(!) Marathon –den K42. Meinen Respekt haben sie, dennoch frage ich mich, ob die noch verrückter als ich sind.

Es ist 11:30 Uhr und ca. 900 Läufer stehen in Bergün (1.365 m) am Start des höchsten europäischen Marathons. Ich habe wieder eine kurze Hose + T-Shirt an – keine Jacke. Es sind 16°. Mit Gewittern soll am Nachmittag zu rechnen sein. Na denn! Hier in Bergün haben die K78 –Läufer bereits 39 km in den Beinen. Die ersten Läufer sind bereits durch – Weltklassebergläufer. Die rennen hier am Berg schneller als ich im flachen Stück. Letztes Jahr hatte ich bei meinem K78 hier bereits meinen eigenen Kampf mit dem Berg. Nun geht’s los. Ich habe vor, mich heute nicht zu verausgaben und es wieder ruhig angehen zu lassen, zumal meine Beine bereits jetzt etwas müde wirken – Prost Malzeit.

Die ersten 16 km geht es kontinuierlich bergauf, auch durch kleine Ortschaften bis auf 2.632 m zur Kesch- Hütte über Asphaltstraßen, Naturstraßen und so genannte „Alpen Trails“. Von der Kesch-Hütte laufen wir dann erstmal wieder ca. 5 km bergab zur Alp Funtanna, die auf 2.192 m Höhe liegt. Damit der Marathon aber nicht zu einfach wird, krabbeln wir –ichauf einer Strecke von 2,6 km ca. 414 m hoch (dies entspricht in etwa der Höhendifferenz unsere „Berglaufes“ vom Kurhotel bis zum Limesturm in Kemmenau auf weniger als der Hälfte der Strecke ) zum Scalettapass (2.606 m ), um dann auf 4,3 km ca. 600 Höhenmeter hinab zum Dürrboden zu gelangen. Die letzten 14 km geht es „fast“ gemütlich –soll heißen, die 1000 Meter in 6:15 bis 6:25, das ist über 1 Minute langsamer als bei meinem letztjährigen K78 an gleicher Stelle. Die Beine sind mehr als müde. Sie wollen streiken, aber die Stimme im Kopf sagt „Quäl dich –wer Delphin schwimmen kann, kann die paar Meter ins Tal laufen - …runter auf Wegen zwischen blühenden Almwiesen nach Davos (~1.5400 m) hoch ins Sportzentrum. Hier ist große Party mit Zieleinlauf für K78, K42, K21 und die Walker.

Ich komme ins Ziel, Puls 130, kann lachen, und bekenne, dass es mir mal wieder viel zu gut geht, trotz der Quälerei am heutigen Tag. Ich habe bei diesen 3 Bergläufen sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Aber auch die negativen Erlebnisse schaffen es bei allem Respekt nicht, mich künftig von den Bergläufen abzuhalten. Die Bergläufe sind Läufe besonderer Art mit speziellen Anforderungen. Diese Läufe haben und finden ihre Anhänger.

Ich habe die sportmedizinische Aussage – keine so harten Läufe in so kurzer Zeit – im eigenen Praxistest bestätigt! Ich hoffe, dass beim Lesen der 2 Teile der Trilogie der / die jeweilige Leser/-in vom Berglauf nicht abgeschreckt wird, sondern in Ihm/ihr das Interesse geweckt wird, einmal den Versuch des Laufens im grün dieser Bergwelt zu unternehmen. Es lohnt sich. Hierzu wünsche ich viel Erfolg, Spaß und vor allem gutes Wetter.

Gerhard

PS. Am Morgen nach dem Lauf, saß ich beim Frühstück mit dem Sieger des K78 der AK 70 zusammen (Zeit ~11 Std. 37 min.) Wir konnten uns nicht einigen, wer von uns beiden verrückter ist!

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