Der Fishermans Friend Strongman Run

von Markus Kaiser

Eine Teilnahme konnte ich mal wieder über meinen AG generieren. Selbst wenn ich meine Hoffungen in diesem Jahr auf den Triathlon konzentrieren will, stand Radfahren beim durchqueren des ehemaligen Militärgeländes in Weeze nicht auf dem Plan. Dafür ein harter Run mit schwimmen durch den Canale Grande bei dem es bei einem typischen Triathlon niemals zu einem Neoprenverbot gekommen wäre.

Die harten Fakten sind auf zwei Runden verteilte 18 Kilometer Streckenlänge mit viel Sand, Wasser, Schlamm, Lehm und natürlich Matsch verschiedenster Konsistenz die sich durch viele trampelnde Füße im Laufe des Runs deutlich veränderten – nicht wirklich zum besseren. Insgesamt mussten 31 Hindernisse überwunden werden.

Wie hart der Run wirklich ist lässt sich aus den Ausfallszahlen (die Rede ist von Knochenbrüchen, Erschöpfung, Unterkühlung, usw.) und an dem kurzfristigen herausnehmen von Hindernissen durch Rettungsmaßnahmen von Verletzten auf der zweiten Runde erahnen. Von 7777 Meldungen aus 40 Nationen überstanden immerhin 4.624 den harten Parcoure in der vorgegebenen Zielzeit. Sie erreichten mehr oder weniger glücklich das Ziel – letzte Zeitmessung liegt bei beachtlichen 4:30:56.

Nicht nur die Steigerung von 16 auf 18 Kilometer sondern auch die zusätzlichen und härteren Hindernisse machten den neuen Parcoure sehr viel schwieriger als im Jahr davor. Das Spaß offenkundig Geschmackssache ist, wurde vielen der Teilnehmer bereits auf der 1. Runde bewusst. Teilnehmer die überrundet wurden wussten natürlich noch nicht was ihnen blüht. Ich hatte es ihnen erspart davon beim überholen davon zu berichten. Die Info über das Schwimmen im eiskalten Wasser wäre niemals eine Motivation gewesen.

Um das Feld am Anfang zu entzerren musste zuerst eine längere Laufstrecke bewältigt werden. Beim ersten Hindernis, der Danger Zone, mussten vier direkt aufeinander folgende Shelter, die als ehemaliges Atomwaffendepot dienten, überwunden werden. In der darauf folgenden Druckkammer verschlimmerten Nebel, Dunkelheit und Nässe die Orientierung. Bei der Reifeprüfung musste ein Feld mit Hunderten von LKW- und Autoreifen durchquert werden. Das forderte den Gleichgewichtssinn, da sich der Stapel durch die Masse der Läufer unkontrolliert bewegte. Diese Prüfung wiederholte sich beim Spinnennetz das zwischen zwei Bunkern jeweils zum Auf- und Abstieg gespannt war. Ein weiterer Shelter von acht Metern Höhe folgte direkt im Anschluss. Der Aufstieg erfolgt über Strohballen, der Abstieg über dicke Folien, die ständig nass gemacht wurden. Die Rutschpartie endete als Schlammbad im eigens dafür errichteten Pool. Danach zwang der Kniebeuger alle Läufer im wahrsten Sinne des Wortes i n die Knie. Auf rauen Beton musste ein 60cm hohes Drahtgestell durchkrochen werden. Nach dem aufrechten Lauf in die schiefe Bahn hinein kam das gleiche Hindernis wieder. Diesmal mit Matsch als Untergrund. Es folgte das einschüchternde Loch Nass, das mit schlammigen Untergrund und extrem kalten Wasser jeden einzelnen Läufer durchnässte. Für das nächste Hindernis nicht gerade von Vorteil, denn dieser Streckenabschnitt bestand lediglich aus Sand und Lehm. Das Ergebnis war eine perfekte Panade. Diese löste sich aber spätestens beim Golf von Weeze und beim Canale Grande. Im Gegensatz zum letzten Jahr durfte nun endlich geschwommen werden, was aber nicht jeden erfreute. Die Mehrheit entpuppte sich als „Nichtschwimmer“ und entschloss sich für den Beckenrand. Das ersparte ihnen aber trotzdem nicht den Gang durch das eisige Wasser. Auf dem Programm stand nun ein steiler lehmiger Berg der durch die Konsistenz nur noch als Rutschbahn nutzbar war. In der darauf folgenden Wanne ging es dann nochmals Brusttief durch das Wasser und dann wieder durch den Sand bis hin zu den 3m hohen Schranken die nur durch Teamwork überwunden werden konnten. In der zweiten Runde kamen noch 6 steile Shelter hinzu. Das buntgemischte Feld von verkleideten Läufern mit oftmals kuriosen Outfits verdeutlichen, dass es bei diesem Lauf bei weitem nicht um Zeiten und Platzierungen geht, sondern viel mehr um Fun & (Fishermans)Friends.

Für alle Finisher ein herausragendes Erlebnis. Einen Tag nach dem Wettkampf registrierten sich bereits über 3000 Teilnehmer für 2010. Es wird also weiterhin viele ambitionierte Kämpfer, Wettenverlierer, Leute mit Spaß an Sandkastenspielen und solche die noch Strongmans werden wollen geben. Habt ihr nicht auch Lust bekommen?

Life is running & matsching

Markus

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