Brüder Grimm Lauf 2009

von Conny Hamm

Es waren einmal 4 Läufer, die in die Welt hinaus zogen, um beim 5-Etappen Lauf, auf 3 Tage verteilt, knapp 82 km abwechslungsreiches Laufvergnügen zu finden....


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Freitag, 5. Juni
Rotkappchen-Etappe 15,5 km, 49 Höhenmeter

Nach dem Frühstück beginne ich mit dem zusammensuchen und packen vom Lauf- und sonstigen Klamotten, um für jedes Wetter gerüstet zu sein. Vollkornkekse, Bananen, Wasserkocher und Cappuccinopulver als Notration. Mein Gästebett, mehrere Kissen und Decken, damit es nicht kalt wird. Als ich beginne das Auto zu beladen kommt irgendwann die Bemerkung von meinem Mann: "Die arme Julia, hat keinen Platz mehr für ihre Sachen."

OK, kann sein, ich packe einen Koffer wieder aus.
In Dornholzhausen schaffen wir es auch Julia's Gepäck noch zu verstauen und sind erstmal stolz auf die Ordnung im Auto.

Auf geht's zum Brüder Grimm Lauf!

Um 17:00 Uhr starten Julia, Maik, Egon und ich gemeinsam, auf die erste Etappe auf dem Marktplatz in Hanau. Die heute zu bewältigende Strecke ist 15,5 km lang und durchgehend flach. Angenehme 19° C, motivierende Bambini im Wald, machen das Laufen zu einem Vergnügen. Selbst die Zuschauer bemerken: "Da ist ja eine Gruppe, die noch was zu lachen hat." Zur Belohnung dafür platzieren wir uns auch nach der ersten Etappe auf den hinteren Plätzen (Plätze 531-534 von 571). Doch der Respekt vor den nächsten Tagen und die Notwendigkeit Kräfte zu sparen, rechtfertigt dieses Ergebnis für uns.

Dankbar nehmen Julia und ich das Angebot der Siefert's an und duschen im Hotel. Danach schnell zurück nach Hanau, um das Auto nach Niederrodenbach zu holen, das Nachtlager auf zu bauen und schnell essen zu gehen, bevor alle Nudeln weg sind.


Samstag, 6. Juni
Dornröschen-Etappe, 14 km, 195 Höhenmeter

Nach einer ruhigen, stillen Nacht im Matratzenlager, werden wir um 6:50 Uhr unsanft per Weckappell über Lautsprecher geweckt. Die Ansage: "In 10 min gibt es Frühstück! Es herrscht leichter Nieselregen", sollte sich bis zum Start "in kalten Dauerregen ändern". Dafür ließ das Frühstück vom ortansässigen Verein für Läufer keine Wünsche offen.

Problematisch wurde nur beim Blick aus dem Fenster, dass immer schlechter werdende Wetter. Die Dornröschen-Etappe ist mit 14 km die kürzeste. 2 Steigungen sind zu bewältigen. Nach km 8,5 auf dem Käfernberg angekommen, steht uns das Wasser in den Schuhen, die Klamotten kann man ohne weiteres auswringen. Wir wissen, es kommt nur noch Gefälle und ebene Strecke. Unbewusst Bewusst tritt für alle der Vorsatz Kräfte zu sparen, in den Hintergrund und wir drücken aufs Tempo, um ins trockene zu kommen. In Ziel greifen wir glücklich nach den wärmenden Jacken, die Sandra für uns bereithält. Weiter geht's: duschen, mit dem Bus zum Startort zurück, Auto nachholen, Kaffeepause, um wieder warm zu werden. Es wird Zeit sich vor dem nächsten Start noch einmal auszuruhen. Maik, der Hotelschläfer, möchte auf einmal wissen, wie es ist in einer Halle zu schlafen, und so kommt es uns zu gute, genug "Material" eingepackt zu haben. Eine Luftmatratze und einen Schlafsack können wir problemlos verleihen. Egon, der den Riesenvorteil besitzt, dass sein Freund Thomas das Auto nachholt, schläft schon seit Stunden tief und fest.


 

Schneewitchen-Etappe, 17 km, 173 Höhenmeter

Als nachmittags der nächste Startschuss fällt, hat sich der Regen verzogen. Schneewittchen heißt die 17 km lange Strecke nach Gelnhausen, die schon wieder einige ganz schöne Anstiege zu bieten hat. Unsere Einheimischen Mitläufer der Feuerwehr Gelnhausen erklären die Strecke und so wissen wir, dass wir "nur" bis zur Mülldeponie hoch müssen, danach wird die Strecke flach. In Gelnhausen sorgen Streckenposten mit den Zurufen: "nur noch 2 km", "noch 1,5 km" danach "nur noch 1,7 km" dafür, dass auch der Kopf, was zu arbeiteten hat und keine Langeweile aufkommt. Irgendwann nach wieviel km auch immer haben wir trotzdem das Stadion von Gelnhausen in Sicht und der zweite Tag ist geschafft.

Mit Jacken und Handtüchern reservieren wir uns, wie echte Touris, den Geräteraum als Running Team Schlaflager. Diese Idee sollte sich allerdings noch als Fehler herausstellen. Jetzt folgt die übliche Prozedur: duschen, mit dem Bus zum Startort zurück, Auto nachholen, Bett aufbauen.

Nach der Nudelparty in der Stadthalle, geht es ins Matratzenlager. Als ich nach einer Stunde wieder wach werde, stelle ich fest, dass der Bewegungsmelder im Geräteraum ständig aktiviert wird. Julia sucht sich wegen unzumutbarer Härte einen anderen Schlafplatz, während sich Egon, um die Abdeckung des Bewegungsmelders kümmert. Danach schlafe ich ruhig und friedlich, bis zum nächsten morgen. Egon, der einen "etwas geräderten" Eindruck macht, behauptet: "Der Bewegungsmelder ist die ganze Nacht aktiviert worden, wenn Du Dich bewegt hast."
"Wirklich?? "


Sonntag, 7. Juni,
Frau Holle-Etappe, 16,8 km, 357 Höhenmeter

Nach dem Frühstück in der Stadthalle, folgt um 9:00 Uhr der Start, zu der von mir gefürchteten "Frau Holle Etappe". Zunächst 1 km eben, danach mehrere km ansteigend, dann wieder leichtes Gefälle, bevor es richtig bergauf geht. Nach 2 starken Anstiegen bekommt meinem Magen eine Wasserration nicht und ich kämpfe mich die letzte Steigung für heute Vormittag hoch. Oben angekommen sind meine Mitstreiter immer noch bei mir, ab jetzt bin ich mir sicher: wir kommen alle zusammen ins Ziel. Nach erholsamen Minuten steil bergab geht es mir wieder gut, mein Blick ist wieder auf die schöne Waldstrecke gerichtet. Wirklich eine Gegend zum genießen!

Hänsel und Gretel-Etappe, 18 km, 209 Höhenmeter

Vor der letzten Etappe holen wir das Auto zum Zielort und relaxen 2 Stunden in der Sonne. Danach geht es mit dem Bustranfer zum Start. Pünktlich zum Start der letzten Etappe, einsetzender Regen, die letzten 18 km warten auf uns. Nach nur 1 km zum Warmwerden fällt unser Blick auf eine Steigung, die es "in sich hat". Wir hören: "115 Höhenmeter auf 1,5 km! Hier ist es keine Schande zu gehen."
Überzeugt.
Die folgenden 2 km geht es wieder bergab. Der Rest der Strecke ist flach, führt viel an Feldern vorbei, der Kinzigtalsperre, wirkt aber insgesamt nicht mehr so attraktiv wie die Etappen vorher.

Die letzten Kilometer zehren, Egon's Puls ist zu hoch, er wird langsamer, dann der Entschluss an einer privaten Versorgungsstelle. Wir trinken jetzt Cola!! Nach wenigen Minuten ist Egon wieder fit und wir können unseren gewohnten 6er Schnitt wieder aufnehmen.

Wir nähern uns Steinau. Es wird laut. Das Finisher-Shirt ist zum greifen nah. Sandra, Joy, Peter und Marko warten im Ziel auf uns. Gänsehautfeeling auf der Zielgerade. Die Gefühle sind unbeschreiblich, als unsere Namen durch das Mikro ertönen. Hand in Hand erreichen wir nach 82 km in 8 Stunden 12 Minuten das Ziel.

Und da wir nicht gestorben sind beginnen die Planungen für das nächste Abenteuer noch in Steinau beim Abendessen…….


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