Schneewitchen-Etappe, 17 km, 173 Höhenmeter

Als nachmittags der nächste Startschuss fällt, hat sich der Regen verzogen. Schneewittchen heißt die 17 km lange Strecke nach Gelnhausen, die schon wieder einige ganz schöne Anstiege zu bieten hat. Unsere Einheimischen Mitläufer der Feuerwehr Gelnhausen erklären die Strecke und so wissen wir, dass wir "nur" bis zur Mülldeponie hoch müssen, danach wird die Strecke flach. In Gelnhausen sorgen Streckenposten mit den Zurufen: "nur noch 2 km", "noch 1,5 km" danach "nur noch 1,7 km" dafür, dass auch der Kopf, was zu arbeiteten hat und keine Langeweile aufkommt. Irgendwann nach wieviel km auch immer haben wir trotzdem das Stadion von Gelnhausen in Sicht und der zweite Tag ist geschafft.

Mit Jacken und Handtüchern reservieren wir uns, wie echte Touris, den Geräteraum als Running Team Schlaflager. Diese Idee sollte sich allerdings noch als Fehler herausstellen. Jetzt folgt die übliche Prozedur: duschen, mit dem Bus zum Startort zurück, Auto nachholen, Bett aufbauen.

Nach der Nudelparty in der Stadthalle, geht es ins Matratzenlager. Als ich nach einer Stunde wieder wach werde, stelle ich fest, dass der Bewegungsmelder im Geräteraum ständig aktiviert wird. Julia sucht sich wegen unzumutbarer Härte einen anderen Schlafplatz, während sich Egon, um die Abdeckung des Bewegungsmelders kümmert. Danach schlafe ich ruhig und friedlich, bis zum nächsten morgen. Egon, der einen "etwas geräderten" Eindruck macht, behauptet: "Der Bewegungsmelder ist die ganze Nacht aktiviert worden, wenn Du Dich bewegt hast."
"Wirklich?? "


Sonntag, 7. Juni,
Frau Holle-Etappe, 16,8 km, 357 Höhenmeter

Nach dem Frühstück in der Stadthalle, folgt um 9:00 Uhr der Start, zu der von mir gefürchteten "Frau Holle Etappe". Zunächst 1 km eben, danach mehrere km ansteigend, dann wieder leichtes Gefälle, bevor es richtig bergauf geht. Nach 2 starken Anstiegen bekommt meinem Magen eine Wasserration nicht und ich kämpfe mich die letzte Steigung für heute Vormittag hoch. Oben angekommen sind meine Mitstreiter immer noch bei mir, ab jetzt bin ich mir sicher: wir kommen alle zusammen ins Ziel. Nach erholsamen Minuten steil bergab geht es mir wieder gut, mein Blick ist wieder auf die schöne Waldstrecke gerichtet. Wirklich eine Gegend zum genießen!

Hänsel und Gretel-Etappe, 18 km, 209 Höhenmeter

Vor der letzten Etappe holen wir das Auto zum Zielort und relaxen 2 Stunden in der Sonne. Danach geht es mit dem Bustranfer zum Start. Pünktlich zum Start der letzten Etappe, einsetzender Regen, die letzten 18 km warten auf uns. Nach nur 1 km zum Warmwerden fällt unser Blick auf eine Steigung, die es "in sich hat". Wir hören: "115 Höhenmeter auf 1,5 km! Hier ist es keine Schande zu gehen."
Überzeugt.
Die folgenden 2 km geht es wieder bergab. Der Rest der Strecke ist flach, führt viel an Feldern vorbei, der Kinzigtalsperre, wirkt aber insgesamt nicht mehr so attraktiv wie die Etappen vorher.

Die letzten Kilometer zehren, Egon's Puls ist zu hoch, er wird langsamer, dann der Entschluss an einer privaten Versorgungsstelle. Wir trinken jetzt Cola!! Nach wenigen Minuten ist Egon wieder fit und wir können unseren gewohnten 6er Schnitt wieder aufnehmen.

Wir nähern uns Steinau. Es wird laut. Das Finisher-Shirt ist zum greifen nah. Sandra, Joy, Peter und Marko warten im Ziel auf uns. Gänsehautfeeling auf der Zielgerade. Die Gefühle sind unbeschreiblich, als unsere Namen durch das Mikro ertönen. Hand in Hand erreichen wir nach 82 km in 8 Stunden 12 Minuten das Ziel.

Und da wir nicht gestorben sind beginnen die Planungen für das nächste Abenteuer noch in Steinau beim Abendessen…….


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