Amsterdam Marathon 2010 von Uschi Mogg

Olympia-Stadion Amsterdam, 17. Oktober 2010. Jetzt ist er endlich da! Der spannende Moment! Start zu meinem ersten Marathon-Lauf. Im Alter von fast 57 Jahren. Kann das funktionieren?

 

Ich bin wirklich sehr (an)gespannt!

Vor einem Jahr habe ich mir vorgenommen, regelmäßig zu laufen. Ziel: der Halbmarathon am Mittelrhein 2010. Die "Eingewöhnungszeit" zweimal wöchentlich rund um den Kurpark während der Winterzeit war sinnvoll. So habe ich gelernt, dass ich zwar keine Rekorde laufen werde, aber dass ich eine Stunde auf den mehr oder weniger flotten Beinen bleiben kann. Anfang März habe ich dann den ersten Zwei-Stunden-Lauf ins Wochenprogramm aufgenommen. Die Strecke von Koblenz-Metternich nach Winningen und zurück war bei oft kühlem und/oder launigem Frühlingswetter zunächt eine Herausforderung. Eingeplant waren aber auch entspannende Wanderungen und Fahrradfahrten, insgesamt viel Ausdauertraining - auch im Sportstudio.

Nach dem Run-up und dem Wechsel vom Tal auf die Denzerheide war die nächste Herausforderung die sogenannte "11" - elf Kilometer: unterschiedlicher Untergrund, unterschiedliche Steigungen, vor allem aber ein wirklich steiles Stück. Meine Zähigkeit war gefragt. Nur nicht nachlassen. Die Laufschuhe waren immer im Gepäck, so z.B. für meine alte Runde im Tiergarten in Berlin, rund um die Außenalster in Hamburg oder entlang des Deichs in Wilhelmshaven.

Entgegen meiner ursprünglichen Planung startete ich dann zu meinem ersten "Halben" nich am Mittelrhein sondern in Bonn (Rhein-Energie-Marathon). Dabei konnte ich ein wenig Erfahrung sammeln. Langsam starten, konzentrieren und sich nicht beirren lassen. Ganz wichtig auch die Kopfarbeit. Die Strecke will abgearbeitet werden, trotz Zweifel und Stress. Ankommen heißt das Ziel. In Bonn Ende April hat es so funktioniert, am Mittelrhein Ende Mai und beim Maare-Mosel-Lauf Ende August, inklusive kleiner Leistungsfortschritte. Die Entscheidung, in Amsterdam auf die Marathon-Strecke zu gehen ist Ende August gefallen. Ich war mir lange nicht sicher, ob das mein Ding ist: 42,195 km!?

Also weiter trainieren. Im Zwei-Tages-Rhythmus 60, 90 und 180 Minuten laufen. Mein Standardprogramm: 60 Minuten rund um die Mosel in Koblenz, 90 Minuten auf der Denzerheide und 180 Minuten von Koblenz-Metternich nach Kobern-Gondorf und zurück. Mindestens sechs lange Läufe sollen absolviert werden.

Zwei Wochen vor Amsterdam und damit dem Abschluss des Vorbereitungsprogramms muss ich erfahren, dass mein rechtes Bein heftig zickt. Vor allem Kniegelenk und Oberschenkelmuskulatur schmerzen heftig. Jeder Schritt wird zur Tortur. Das darf nicht wahr sein! Und das nachdem die Leistungsdiagnostik ergeben hatte, dass ich ein für mein Alter gutes Potential vorweisen kann. Dank freundschaftlichem Zuspruch, Ermutigung und guter Betreuung habe ich mich dann trotzdem auf den Weg gemacht, jeden Kilometer abgearbeitet. Und mit jedem gelaufenen Meter ist die Zuversicht gewachsen, dass ich die Chance habe anzukommen. Es war ein Goldener-Oktober-Tag. Die Strecke quer durch Amsterdam hatte ich gespeichert. Start im Olympia-Stadion, dann durch die Stadt, entlang der Amstel, großer Bogen zurück und schließlich auf die Zielgerade ins Stadtion. Das Publikum war super. Feierstimmung. Medaillie.

Ich bin stolz! Will ich diese berühmten 42,195 km noch einmal laufen? Eindeutig ja! Jetzt darf ich mir aber zunächst eine kleine Pause gönnen.

Uschi Mogg

 

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