Unterwegs habe ich mir oft überlegt, wie ich mich in der Festhalle verhalten werde. Ich habe sogar an Purzelbäume gedacht. In der Halle sind wir alle langsamer geworden und haben nur noch genossen. Ich habe angefangen, meinen Laufschritt durch einen Tanzschritt zu ersetzen. Es muss lustig ausgesehen haben. Kurz vor dem Ziel habe ich noch einen Freudensprung hingelegt. Es war geschafft. Die Gänsehaut wollte gar nicht mehr verschwinden. Hinter dem Ziel bin ich erst mal stehen geblieben und habe noch mal die Atmosphäre aufgenommen.

Langsam wurden wir aus der Halle rausgeschoben. Es kamen aber auch Massen an Finisher ins Ziel. Also auf zur Verpflegung. Bei Rausgehen Herrn Baumann beobachten, wie er den Teilnehmern gratuliert - Folie überwerfen und die Medaille sich umhängen lassen und raus an die frische Luft - Wasser, Iso, warmen Tee - ich nehme alles. Dann finde ich die Nudelsuppe und nehme gleich zwei Becher. Im Zielbereich treffe ich Dieter. Er hat etwas mehr gelitten, obwohl auch er sein Ziel von 4 Stunden unterboten hat. "Nie wieder Marathon" kam über seine Lippen. Ich wäre am liebsten gleich noch mal losgelaufen....

 Auf Schlangestehen vor der Cola bzw. dem alkoholfreien Bier hatte ich keine Lust. Als ich meine vielen Becher loswerden wollte, musste ich noch schnell einem Kollegen unter die Arme greifen. Ihm wurde plötzlich schwarz. Erst auf einem Auge, dann drehte auch das andere Auge weg. Seine Farbe im Gesicht wechselte schneller in Weiße, wie eine Ampel von Rot auf Grün schalten kann. Ich stand genau richtig und konnte ihn gegen den Container drücken, so dass er nicht umfallen konnte. Schnell haben mir noch andere Mitstreiter geholfen. Er wurde langsam wieder wach. Sein Kumpel hatte zwischenzeitlich einen Sanitäter geordert und ich konnte ihn in seine Obhut übergeben.

Ich wollte noch nicht raus aus dem Verpflegungsbereich. Ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass gleich alles vorbei war. Also noch mal umschauen - da ist ja noch ein Obststand. Äpfel, Bananen und Trauben finden schnell den Weg in meinen Magen. Jetzt noch der jungen Frau vom Rossbacher- Stand eine Flasche Wasser abschätzen (ich habe Ihr versprochen, dass ich die Flasche zurückbringe - ich werde es nächstes Jahr nicht vergessen) und raus geht´s. Am Ausgang stockt es ein wenig. Die Begleiter nehmen Ihre Helden in Empfang...

Ich hatte mich mit Kalle in der Halle verabredet. Ich habe ihn schnell gefunden - er war noch ganz Benommen von der Stimmung. Kurzes Abklatschen und der erste Erfahrungsbericht folgten. Ich bin froh, dass es ihm gefallen hat - ich hatte ihn nämlich zu dem Event überredet. Jetzt ging alles sehr schnell. Klamotten abholen - umziehen - vor den Duschen umdrehen und beschließen, dass zu Hause Duschen doch am schönsten ist - ab in den Bus - aussteigen am Rebstock - mit der Rolltreppe rauf: Wo steht eigentlich unser Auto? Daran hat am Morgen keiner gedacht. Im zweiten Stock haben wir es dann doch gefunden.

 Auf dem Heimweg haben wir unsere Erlebnisse ausgetauscht. Kalle hatte seine Romzeit, die erstmals unter 4 Stunden war, nochmals deutlich unterboten. Auch bei ihm ging das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Zuhause haben unsere Familien uns schon erwartet. Die Kinder übernahmen sofort die Medaille und die Folie. Am Abend war noch Halloween bei Kalle. Hier wurde noch mal der Tag resümiert.

Es ist Sonntag, 22:00 Uhr - ich schlafe glücklich ein, weil es regnet....

Danke meiner Frau, meinen Kindern und natürlich auch an Kalle.

 

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